Selfpublisher vs Verlagsautor?

Willkommen zu einer neuen Kategorie hier auf dem Blog, denn ich dachte mir: es ist unsere Plattform, also kann ich auch meine Gedanken hier in allen Facetten rein bringen.
Und nachdem ich einen Beitrag einer Autorin auf Facebook (Achtung, hier ist die Verlinkung dahin: Maria Gräff Autorenseite) gelesen habe, hat es mich irritiert, denn tatsächlich war ich so naiv zu glauben, dass diese Unterscheidung zwischen dem umjubelten Verlagsautor und dem armen, armen Selfpublisher, der kein Talent dazu hat, in einem Verlag aufgenommen zu werden (Achtung, Sarkasmus), schon länger nicht mehr gibt.

Der Post von Maria Gräff hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und auch wenn ich ihn bereits mit einem Kommentar auf meiner FB-Seite geteilt habe, lässt er mich einfach nicht los. Denn ich bin ehrlich: Ich versteh es einfach nicht.
Warum gibt es diese Unterscheidung? Warum wird so in zwei Klassen getrennt, was einfach eine Zunft ist?
Warum müssen sich Selfpublisher dafür rechtfertigen, dass sie beschlossen haben, in Eigenregie das Buch zu verlegen, statt es einem Verlag anzuvertrauen?

Bin ich naiv, wenn ich denke, dass es doch herzlich egal ist, ob Verlag oder Eigenregie?
Oder blauäugig, weil ich mir denke: Hauptsache, dieses Buch wurde raus gebracht, wurde der Welt zugänglich gemacht, sonst hätte ich nie mit weinen, mit lachen, mit leiden und mit lieben können?
Was um Himmels Willen spricht dagegen, ein Buch als Selfpublisher zu veröffentlichen?!
Dadurch sind die Autoren doch nicht weniger wert, weniger Mensch. Sie leben ihren Traum wie jeder Autor, denn auch der Verlagsautor lebt diesen Traum, auch wenn er sich für diesen Weg entschieden hat. Und ich gönne es jedem, der es in einen Verlag schafft und dort seinen Stempel in Form von guten Büchern hinterlässt.
Genau so verdient jeder Selfpublisher meinen Repsekt, wenn er sich so hingebungsvoll um sein Buch kümmert, wie jeder Schreiberling.

Ich habe mir mein Regal genauer angeschaut… Dort vertreten sind Reihen hauptsächlich aus dem Verlag LYX -> einer meiner Lieblingsverlage, weil er mein Romantasy Herz bedient hat. Tatsächlich hat, aktuell finde ich da nur von meinen Lieblingsautorinnen wie Nalini Singh Bücher für mich, die Neueren packen mich aktuell nicht so sehr.
Aber das ist egal, denn ich habe jede Reihe, die ich von LYX hier stehen habe, geliebt und liebe sie noch immer.
Davon ist die „Alten Völker“ Reihe von Thea Harrison zum Beispiel eine der Reihen, die aber ab einem gewissen Band nicht mehr übersetzt wurde und die Autorin es mehr oder minder in Eigenregie als deutsche Übersetzung raus bringt, damit wir deutschen Fans noch etwas davon haben.
Leider reicht mein Englisch für das Original nicht aus.
Und nur weil sie es selbst herausbringt, heißt das ja nicht, dass sie auf einmal schlechter geworden sind. Für mich sind sie es nicht, denn ich liebe die Geschichten um die alten Völker.

Auch habe ich hier viele Bücher vom Diana Verlag oder von Heyne und Blanvalet, weil ich die Verlage einfach liebe und dort immer etwas für mich finde, sei es im Bereich Romantik, Fantasy oder Historisches.

Aber genau so habe ich hier sehr viele Bücher von Selfpublishern oder Kleinverlagen stehen.
Einer davon ist der Hippomonte Publishing Verlag aus Ravensburg, der die Bücher von Aurelia Velten verlegt – > einer absoluten Herzensbuchreihe von mir, weil ich nicht nur die Autorin unglaublich sympatisch und liebenswert finde, sondern genau so auch ihre Bücher. Ein eigenes Regalfach im Wohnzimmer ist da Pflicht!
Oder den Written Dreams Verlag, dessen Verlegerin ich bereits vor ihrem eigenen Verlag gekannt und gemocht habe; aus dem Mögen ist recht schnell „liebe“ geworden, denn die Autorin und Verlegerin hat an andere hoche Ansprüche, an sich selbst jedoch noch höhere und zeigt einfach, wie es laufen sollte!
Im Wohnzimmer belegen die Bücher aus dem Written Dreams Verlag 3/4 vom Sideboard… Und eigentlich fehlen mir da noch ein paar…

Aber auch Diana Klewinghaus, Emilia Cedwig, Jeanne Winter oder die Hybrid-Autoren wie (sowohl Verlag als auch Selfpublishing) Ava Innings, Katrin Lichters und Charlotte Taylor machen es vor, indem sie Romane mit Tiefsinn, Witz, Leidenschaft und facettenreichen Charakteren veröffentlichen.
Und noch ganz ganz viele andere, die ich hier nicht alle aufzählen kann, weil es dann nur noch aus Namen bestehen würde.

Allein schon die Tatsache, dass ich Hybrid-Autor schreibe, irritiert mich dezent, aber wie soll ich es sonst nennen?
Natürlich gibt es immer wieder Fälle, wo sowohl im Selfpublishing, aber auch bei Verlagen – und Kleinverlagen – Bücher veröffentlicht werden, wo ich mir denke: WTH? Leute, gab es hier ein Lektorat? Oder Korrektorat?
Aber das ist doch nun wirklich nicht die Regel, sondern eher Ausnahmefälle.

Selfpublishing hält sich nicht an die Regeln der Genres, es bedient die komplette Palette. Bücher, die aufgrund keiner richtigen Genre-Zuordnung bei einem Verlag vielleicht nicht genommen werden könnten, haben so die Chance das Licht der Welt zu erblicken und Leser zu finden, zu packen und zu begeistern.
Was ist falsch daran?
Ganz ehrlich: meiner Meinung nach hat das Selfpublishing die Bücherwelt erweitert und bunter gemacht. Es bedient Nischen und lässt Leserherzen höher schlagen, die sich auf diese Geschichten genau so einlassen, wie auf die Geschichten der Verlagsautoren.

Und am Ende sind alle Autoren sowieso nur eines für mich: Reiseführer in neue Traumwelten, die mich an die Hand nehmen, um mir Abenteuer zu ermöglichen.

Deswegen: Danke an alle Autoren!

Und: kann mir jemand erklären, warum diese Unterscheidung noch immer so groß ist?
Oder ist das wie mit uns Bloggern: „Oh, du hast zu wenig Follower… ich mag zwar deine Arbeit, aber mit zu wenig Likes kannst du leider nicht mit machen.“ ?
Ist Verlagsautor irgendeine Auszeichnung, die man nur in den schreiberischen Kreisen versteht oder bin ich tatsächlich zu naiv für die Buchwelt?

So… danke fürs Zuhören, das hat jetzt wirklich gut getan und jetzt kann ich mich anderen Dingen widmen.

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