For Whom The Belle Tolls

Autor: Jaysea Lynn
Titel: For Whom The Belle Tolls
Reihe: Hell’s Belles 1
Seitenanzahl: 848 Seiten
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764533694
Preis:
E-Book:
6,99€
Print: 25,00€
Link zu Penguin: Lily und Bel
Klappentext:

Die Hölle ist ein Ort voller unglücklicher Seelen, die nur eines im Sinn haben: sich über ihr Dasein lautstark zu beschweren. Zum Glück ist die kürzlich verstorbene Lily zur Stelle. Obwohl sie wenig begeistert von ihrem Tod ist, fasziniert sie die Hölle – der Kaffee ist gut und die Dämonen sind nett, wären nur nicht die vielen unzufriedenen Seelen. Durch jahrelange Erfahrung im Kundendienst gestählt, bietet Lily ihre Hilfe an und errichtet den Hellp-Desk. Und mit der ihr eigenen Geduld knackt sie sogar den introvertierten Dämon Bel, der leider zu heiß ist, um nur ihr Kumpel zu sein …

Bereitstellung des Buches: Gekauft.

Meine Meinung:

Das Leben spielt nicht immer fair und das muss auch Lily wieder einmal feststellen, denn sie ist unheilbar krank. Eine Tatsache die man als Leser gemeinsam mit der Protagonistin herausfindet und ihre Verzweiflung in den ersten Kapiteln direkt mit greifen kann.
Lily akzeptiert den Tod und verbringt die letzten Monate mit ihrer Familie und heißt ihn mehr oder minder willkommen, als es soweit ist, denn damit enden die Schmerzen…
Im Jenseits angekommen ist alles anders, als sie es sich hätte vorstellen können und auf einmal bekommt sie hier, außerhalb des irdischen Lebens, als Seele in der Ewigkeit, mehr Möglichkeiten und mehr Freiheiten, als sie es auf der Welt je hatte.
Das Jenseits ist ziemlich spannend aufgebaut: eine Art Mischung aus allen Religionen und Vorstellungen, aber nicht immer und ganz so, wie man es gewohnt ist.
So ist die Hölle zum Beispiel nicht die Hölle im klassischen Sinn – naja, zumindest bis zu gewissen Ebenen nicht – und die Dämonen keine Monster, wie manch ein Glaube es vermittelt, sondern Wächter und Beschützer, aber auch Strafrichter und Ausführer von Bestrafungen.
Und die Seelen, die sich nicht für das Paradies qualifiziert haben – gleich welcher Religion angehörig – landen in der Hölle und versuchen das Urteil, das nach den Werten des Systems gefällt wurde, an das jede Seele individuell glaubt, noch zu verändern, indem sie sich beschweren, die Dämonen anschreien, dem Unausweichlichen mit Verhandlungen entgehen wollen. Obwohl sie wissen, wie tief ihre Schuld ist, aber wenn man damit im Diesseits durchkam, warum nicht auch im Jenseits?
Lily, die immer im Kundendienst gearbeitet hat und sich langweilt, gleichzeitig sich aber auch seltsam wohl in der Hölle fühlt, bietet den Dämonen am Tor an ihnen ein bisschen zu Helfen und so wird der „Hel(l)p-Desk“ geboren. Sie fängt die grausigen oder mürrischen Seelen ab, die sich nicht an die Regeln halten wollen und darf einmal ohne Repressionen zu befürchten so richtig den Seelen ihre Meinung geigen.
Es ist ziemlich amüsant und teilweise sehr hart von den Themen, denn natürlich kommen da Seelen auf sie zu, die sich viel Schuld aufgeladen haben während ihres irdischen Lebens. Man bekommt einen Einblick in die Taten, wenn Lily die Seelenakte liest, die dann jedes Mal auf ihrem Tisch auftaucht und mir ist nicht nur einmal flau im Magen geworden, auch wenn es nicht detailliert beschrieben ist, reicht es, um es sich vorstellen zu können.

Lily ist ein starker Charakter, die ihre Werte vertritt, aber auch sie kämpft mit den erlernten Ängsten, Zweifeln und Problemen, während sie jedoch im Jenseits beginnt das zu verarbeiten und dabei immer mehr eine Veränderung durchläuft, die ich sehr logisch und gleichsam spannend fand.
Neben den Dämonen am Tor und manch einer Gottheit freundet sie sich besonders mit Luzifer, dem Herrscher der Hölle, an und einem seiner Generäle, einem Höllenprinz und Dämon namens Beleth – im Buch meistens als Bel angesprochen – mit dem sie sich wunderbar versteht. Gleicher Humor, genau so nerdig wie sie, liebt „Invaders“ und ist zwar ein bisschen introvertiert, aber gefühlt eine laufende Green Flag. Und man, ich liebe diesen Mann!
Die beiden zusammen sind herrlich, dummes Geplänkel, ernste Gespräche, sanftes Verständnis, respektvolle Meinungsverschiedenheiten und tiefe Verbundenheit. Es ist ziemlich slowburn, weswegen es wirklich dauert, bis sie zum ersten Mal richtig aufeinander treffen und noch länger, bis sich Lily ihm soweit öffnet, dass sie beginnen können, eine Beziehung miteinander aufzubauen, die auf ihrer Freundschaft fußt und mehr zu bieten hat als reine körperliche Anziehung.

Es passiert einiges im Buch, was ich gar nicht zusammenfassen kann und will, aber ich kann sagen, dass es im richtigen Tempo in meinen Augen war, sowohl für die Charaktere, als auch für mich zum lesen, auch wenn ich manchmal Lily fragen wollte, ob sie sich ganz sicher mit ihrer Entscheidung ist.
Die Nebencharaktere integrieren sich wunderbar und bringen mehr Pepp rein, was auch Lilys freches Mundwerk gerne mal beflügelt. Himmel, hab ich die Quizabende gefeiert!
Und dann ist da noch Sharkie – ein junges Mädchen, gerade einmal acht Jahre alt, als sie stirbt und davon überzeugt ist, in die Hölle zu gehören… Die arme Maus tat mir besonders leid.

Neben dem alltäglichen Leben, neuen Erkenntnissen und tiefgreifenden Veränderungen in den Charakteren, die eine wunderbare Entwicklung zeigen, kommen die Emotionen nicht zu kurz, genau so wenig wie die ein oder andere spannende Stelle, denn es scheint, als hätte es jemand auf das Universum abgesehen und Bel muss seine Pflichten als General antreten…

Ich mochte die Beschreibungen und Darstellungen, es sind ziemlich viele „Nerd“ Witze enthalten und der Humor der Charaktere ist absolut meins, kann natürlich sein, dass damit nicht jeder klar kommt, genau so wenig wie mit dem Tempo von der Story. Für mich persönlich war es perfekt und hat mir selbst auch in einer harten Zeit gerade viel geholfen.
Es ist im späteren Verlauf einiges an Spice enthalten, wenn man das nicht mag, kann man die Szenen jedoch auch überspringen.
Oh und schaut euch die Content-Note zur Sicherheit an, falls ihr das benötigt, sicher ist sicher.

Fazit:

5 Wirbelwinde. Ja, das Buch ist lang. Aber genau das hat es auch gebraucht für die glaubwürdige Entwicklung. Ich hoffe sehr auf einen zweiten Teil.

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