Das Zweigesicht

Autor und Copyright: C. Gina Riot
Titel: Das Zweigesicht
Reihe: Diener des Ordens – Band 1
Seitenanzahl: 470 Seiten
Verlag: Tredition
ISBN: 978-3-347-15245-8
Preis:
E-Book:
4,99€
Print: 24,99€
Hardcover: 29,99€
Link zur Autoren FB Seite: Diener des Ordens
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Klappentext:

Wristangul, das Land der purpurnen Wiesen befindet sich im Wandel. König Ebrahim ist längst verblichen und sein Erbe unauffindbar. Die Grenzen wurden niedergerissen und Zuzügler aus allen Ländern finden in Wristangul ihr Zuhause. Doch nicht nur die weisen Obligaten mit ihrer Magie, die Vaagtonhs mit ihren Kriegskünsten, edle Vahlagde und Pargatmäen finden ihren Weg nach Wristangul. Auch die Uszmiten aus dem Westen dringen immer tiefer in das Land vor, meucheln und vergewaltigen.

Ein Geheimorden führt seine Anhänger auf einen Pfad, um nicht nur gegen das Reich der Uszmiten, sondern auch gegen die Intrigen im eigenen Land vorzugehen. Doch hinter dem politisch geführten Orden verbirgt sich ein düsterer Abgrund, der bereits beim Ritual des Treueschwurs auf makabere Hintergründe schließen lässt…

Der Dark Fantasy Roman ist voll von dunklen Riten, Magie, intriganten Machtspielen und sexuellen Begierden. Je tiefer man in diese Geschichte eintaucht, desto schwerer wird es, Recht von Unrecht zu unterscheiden.


Bereitstellung des Exemplars: Rezensionsexemplar.

Meine Meinung:

Wristangul ist ein Land, dessen Grenzen einst sehr weit reichten und in dem viele neue Völker ihr Zuhause gefunden haben. Es ist aber auch ein Land, das vieles eingebüßt hat und wo Uszmiten sich niederlassen, Kinder zeugen und sich das nehmen, was sie wollen – wenn es sein muss, auch mit Gewalt und Uszmiten lieben Gewalt.
Troija, ein Mitglied des Rates, strebt danach, selbst König zu werden und versucht, die Mehrheit im Rat zu erhalten, um dieses Vorhaben umsetzen zu können. Diese hat er jedoch nicht und das, obwohl er einen mächtigen Obligaten an seiner Seite hat.

Der Orden ist eine Geheimorganisation, die vom Priester Gudja geführt wird und dessen Fähigkeiten auf einer Religion beruhen, die nicht allen Ordensmitgliedern bekannt zu sein scheint.
Der Orden hat es sich zur Aufgabe gemacht, den wahren König zu finden und werden durch vier Kugeln, vier „Willen“ in kleine Gruppen aufgeteilt und hinaus geschickt, um ihre Mission zu erfüllen, ohne dabei die Möglichkeit zu haben, miteinander in Kontakt zu treten.

Eine Auserwählte dabei ist Elouzija, eine junge Frau, die von einem weisen Obligator in der Kunst der Magie eingewiesen, dabei jedoch auch nur in einen gewissen Teil.

Insgesamt gibt es vier Hauptstränge, sage ich mal: dies sind die vier Gruppen, die jeder für sich zu ihrer Mission aufgebrochen sind und hier wird Kapitel für Kapitel zwischen den Gruppen gewechselt und ein neuer Teil von Wristangul und den Nachbarländern erläutert und eingeführt.

Die Fülle an Charakteren könnte es schwierig machen, mit zu kommen, tatsächlich fiel mir das jedoch leicht, weil ich die Einführung gut fand und zudem Erklärungen immer dabei stehen, wie, wer zu welchem Volk gehört. Ich möchte gar nicht groß ins Detail mit den Charakteren gehen, das würde den Rahmen sprengen, was ich jedoch sagen kann: sie haben alle Tiefe. Mögen anfangs vielleicht der ein oder andere noch oberflächlich erscheinen, so haben sie wirklich Tiefgang und haben mich mit ihrem Verhalten und ihren Ansichten teilweise überrascht.
Und auch wenn ich mit manchen Charakteren mich nicht anfreunden konnte bisher, habe ich doch andere kennengelernt, die ich dafür umso mehr mag.

Die Erdenwelt, die hier erschaffen wurde, ist sehr komplex, verschiedene Völker, verschiedene Rassen, verschiedene Religionen, Götter, Mythen und Legenden, die friedlich nebenher existieren – oder so friedlich es eben geht, wenn ein Volk versucht, über das andere zu herrschen.

Die Geschichte, egal von welcher Seite man es betrachtet ist düster, gewaltreich und nichts für zart besaitete. Sie hat mich gefesselt und zum Nachdenken gebracht, ich habe das Gesicht verzogen und mit den Charakteren gelitten und war schockiert, dann habe ich vor mich hin geflucht.
Es hat bei mir viele Emotionen geweckt und trotzdem habe ich immer wieder Pausen gebraucht, bis ich es gelesen hatte, denn die Geschehnisse geben durchaus zu denken. Wie zum Beispiel eine grasierende Seuche… im Nachhinein erfährt man jedoch, was es genau damit auf sich hat.
Oder die Stieftochter des Königs von Thal, einem Nachbarland von Wristangul, das Mädchen ist so gebrochen, das gibt es gar nicht und lässt sich von König Eduard Vitt manipulieren ohne Ende.

Auch die wahre Natur des Ordens sickert so langsam hindurch, dazu grausige Verbindungen und ein Aufnahmeritual, dass mir einen kalten Schauder über den Rücken gejagt hat.
Getragen wird die Geschichte durch einen bildhaften, opulenten Schreibstil, der Bilder heraufbeschworen hat, die ich gar nicht so detailliert gebraucht hätte in meinem Kopf, was jedoch letztendlich gut ist, denn deswegen lesen wir ja.
Gerade die Komplexität und keine eindeutige Zuordnung von Gut und Böse, von Falsch und Richtig war mehr als spannend und sorgte für Gedankenspiele bei mir. Wenn man denkt, man tut das Richtige, ist es dann noch immer böse? (Mit Sicherheit schon, aber wenn man nicht alle Informationen beisammen hat?)

Dafür, dass dies ein Debüt ist, ist dieser Roman ein Traum für ein Leserherz, das Dark High Fantasy bevorzugt und nicht gerade ziemperlich ist, denn ich wurde hier auf die Probe gestellt und hatte einiges an Gesprächsbedarf während und nach dem Lesen. Verstört hat mich eine Szene, aber nicht nachhaltig, verziehen habe ich es der Autorin aber nicht ganz.

Ein zusätzlicher Pluspunkt sind die Illustrationen, die im Buch zu finden sind und von der Autorin selbst gezeichnet wurden. Einfach nur Wahnsinn, denn je länger ich mir manch eine Zeichnung angesehen habe, desto mehr hat sie mir gefallen.
Der Roman hat vieles zu bieten, wenn man sich darauf einlässt. Ich habe ihn eigentlich bereits am 6.4. zuende gelesen gehabt, brauchte jetzt aber die Woche, um es vollkommen sacken lassen zu können.

Fazit:
5 Wirbelwinde
für dieses Debüt, das mit so viel lockt und gleichsam auch alles hält, was es verspricht!

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