Candhun: Schleier der Anderswelt

Copyright: Diana Klewinghaus

Autor: Diana Klewinghaus
Titel: Candhun: Schleier der Anderswelt
Reihe: Candhun – Band 1
Seitenanzahl: 322 Seiten
Verlag: Selfpublisher
AISN: B07L9HCT9Q
Preis:
E-Book:
7,99€
Print: noch nicht verfügbar – aber bald
Link zur Autoren FB Seite: Diana Klewinghaus
Link zu Amazon: Ella und Llew
Klappentext:

Welchem Pfad folgst du in einer Welt, in der dein Erbe und der Glaube deiner Ahnen dich das Leben kosten können? Ella werden ihre Neugier und die Faszination für den wilden Norden zum Verhängnis. Der Aufklang einer rätselhaften, nicht unerotischen Verknüpfung, die Ellas Leben bedroht und das Einzige ist, das es retten kann.

Das Land Duria steht kurz vor dem Bürgerkrieg mit seiner Nordprovinz. Die freiheitsliebende Ella erweckt in einem verbotenen Ritual ihre magische Begabung und flieht mithilfe eines reizvollen Fremden in ihre bedrohte ursprüngliche Heimat.

Der Roman Schleier der Anderswelt: Einstieg mit Liebe und Thrill in die Welt der Geister und der epischen Fantasyreihe Candhun. Ein spannungsintensives Abenteuer über sechs Freunde, Gut und Böse und die vielen Wahrheiten dazwischen.

Bereitstellung des Buches: Rezensionsexemplar.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt langsam, indem es Ella im höfischen Geplänkel zeigt, obwohl sie dort gar nicht sein will, aber was soll schon eine junge Frau tun, als sich dem Willen ihres Onkels zu beugen, von dem sie abhängig ist? Allen voran, wenn sie ihre Jugendzeit eigentlich in einem durischen Konvent abseits von ihm verbracht und keine wirkliche Ahnung vom höfischen Verhalten hat.
Nur eines lässt sie sich nicht nehmen: ihr vorlautes Mundwerk.
Und die Faszination zu den alten Göttern, die eins in Duria verehrt wurden und deren Erwähnung und das Praktizieren der Gabe in den aktuellen Zeiten eher einem Selbstmord gleich kommt.

Als Ella ihre Gabe durch ein Ritual initiiert und freisetzt, ahnt sie dabei nicht, worauf sie sich da einlässt und auf einmal geht alles ganz schnell. Die Ereignisse überschlagen sich, sie wird vom Caleanen Llew, der als Botschafter mit dem alten Meister Vanadis auf die Burg kam, in die Ereignisse mit hinein gezogen und befindet sich kurz darauf auf der Flucht.
Ihr Herz schlägt viel zu sehr für Llew, einem Krieger und Frauenhelden ohne gleichen, denn er versteht es, jedes Herz zu erobern und zu brechen, doch sie braucht ihn, denn ihre seelische Verfassung hängt leider mit ihm zusammen, auch wenn er ihr oft genug weh tut, als könne er sie so von sich fern halten emotional.

Zwischen Duria und dem Grenzgebiet im Norden des Landes sammeln sich zwei Parteien, denn der Krieg, der unterschwellig seine Finger nach dem Leben ausstreckt, scheint nah zu sein und kurz vor dem Ausbruch. Alter Glaube wird mit Macht verteidigt, während der durische Zentral Rat alles daran setzt, dass die Gaben nur noch zu ihrem Zweck benutzt werden dürfen.
Und mittendrin Ella, eine Klosterfrau, die ihre Gabe nicht kontrollieren kann und Realität und Vision miteinander vermischt, während in ihrem Inneren die Gefühle in einem einzigen Chaos versinken und dies ihre innere Instabilität noch mehr fördert.
Angst, Zurückweisung und der Glaube nutzlos zu sein, kann die eigenen Grenzen sprengen und dazu führen, dass man sich selbst verliert. Wäre da nicht ihr Fokus, doch ob sie sich auf diesen verlassen kann, ist nicht klar.

Ella ist eine junge Frau, die direkt sagt, was sie denkt. Am Anfang finde ich sie ehrlich gesagt naiv, aber süß. Was will man auch von einer Frau erwarten, die den Großteil ihres Lebens in einem Konvent gelebt hat, abgeschottet von allen anderen?
Doch mit der Zeit wird sie klüger, sie entwickelt sich und manchmal fragte ich mich, ob sie überhaupt versteht, was los ist. Sie ist gefangen in ihrer Gabe, ohne Möglichkeit den Weg zurück zu finden und während die Geschichte voranschreitet, scheint es, als habe sie gar keine andere Wahl, als sich mit der Anderswelt zu verbinden.
Sie versucht alles, um jene zu retten, die ihr wichtig geworden sind und zerstört damit auch ihre eigenen Grenzen. Meiner Meinung nach wächst sie über sich hinaus, während sie trotz allem ein Spielball bleibt, denn egal welche Mächte man besitzt, auch skrupellosen Männern bleibt man damit unterlegen.

Llew ist ein Mann mit vielen Talenten, vor allem aber kann er seine Umgebung und sich selbst täuschen. Vielleicht kann er nur so mit den Gefühlen in seinem Inneren klar kommen, um nicht seine Stärke zu verlieren. Er ist ein Stützpfeiler des Widerstandes, sein Ziel muss seine Pflichterfüllung bleiben, obwohl Ella etwas an ihm rührt, bleibt er hart, nachdem er ihr Hoffnungen gemacht hat.
Es kostet ihn viel, Ella auf Abstand zu halten, denn sie könnte seine größte Schwäche sein und ihn daran hindern, seinen Dienst zu tun.
Auch wenn ich das alles wusste, hat mich seine Ablehnung Ella gegenüber jedes Mal mit einem Stich getroffen. Das war so perfekt traurig, so typisch Mann. Argh!
So nach dem Motto: Ich kenne deine Gefühle, aber ich muss dich abschirmen, dich auf Abstand halten, denn das ist das Beste für dich. Ich weiß das! Weil ich der Mann bin und stark genug, um dich auch auf die Entfernung zu beschützen. Es ist wirklich das beste für dich, wenn wir nicht zusammen sind, ganz gleich, wie sehr ich es mir wünsche.
Männer! Ehrlich! Noch schlimmer: Krieger! grrrr!

Aber: Er ist so toll ❤ Hach, ich hab mein Herz an diesen Casanova verloren, der vielleicht doch ein Herz besitzt und nicht nur mit seiner Libido denkt.

Tatsächlich fand ich seine Charakterdarstellung super, genau so wie die Entwicklung, denn ja, auch dieser Idioten-Krieger hat sich entwickelt.

Besonders geliebt habe ich auch die Nebencharaktere, die liebevoll und mit viel Hintergrund eingeführt wurden. Jesmia, Samwyn, Vanadis und Fael. Verschiedene Gaben, verschiedene Funktionen, verschiedene Zugehörigkeiten und doch eine Einheit, denn sie kämpfen alle für das Gleiche gemeinsam mit Ella und Llew: Für das Leben und die Freiheit.
Auch wenn man von Vanadis am wenigsten erfährt, so ist er doch eine stetige Konstante im Verlauf und trägt zum moralischen Gleichgewicht bei, er ist wie ein Lehrer und Großvater, wobei seine Kampffähigkeiten keineswegs unterschätzt werden dürfen.

Ich freue mich schon so unglaublich auf den zweiten Teil und die Geschichte hat mich ziemlich fertig zurückgelassen. Allen voran, weil sich im letzten Drittel alles hochschauckelt, Wendungen da sind, mit denen ich nie gerechnet habe und die Geschichte einfach bombastisch ist!
Rasant, dennoch mit vielen Verwicklungen – politisch, sozial, emotional – und die Protagonisten an ihre Grenzen treibend.

Diana Klewinghaus hat hier eine fantastische Welt geschaffen, wo Liebe, Freundschaft, Pflichterfüllung und Rache eng miteinander verbunden sind und manch ein Charakter wie getrieben scheint, im ersten Moment unverständlich in seinem Verhalten, bis man die Motive erkennt.
Hach, ein wahrer Traum für mich als Leserin! Und gerade diese Verzweigungen zwischen gefühlvollen Szenen und bald darauf harten Kämpfen und rasanten Entwicklungen haben es perfekt für mich gemacht, den es musste zur Eskalation kommen. Ohne hätte ich es nicht abgekauft, weil sich alles darauf zugespitzt hat. Wirklich alles.

Fazit:

5 Wirbelwinde für dieses grandiose Debüt, das mich einfach geflasht hat. Alles, was ich sagen konnte, steht schon oben und den Rest habe ich der Autorin geschrieben, weil ich auch so schon ein bisschen was verraten habe. Ich will die Fortsetzung!

Ein Gedanke zu “Candhun: Schleier der Anderswelt

  1. Pingback: Fantasy-Buchtipp #3 | Bücherwirbel

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