BeFallen: Seelenflamme

Autor und Copyright: Julia Tauwald
Titel: Seelenflamme
Reihe: BeFallen – Band 2
Seitenanzahl: 512 Seiten
Verlag: Selfpublisher
ISBN: 978-3754383995
Preis:
E-Book:
4,99€
Print: 15,99€
HC: 23,99€
Link zur Autoren FB Seite: Julia Tauwald
Link zu Amazon: Nelly und der Weg zum Wiederstand
Klappentext:

»ICH TUE, WAS IMMER DU VERLANGST.«
ER LACHTE. »DAS WÄRE DAS ERSTE MAL.«


Nelly erwacht in der Krankenstation der Tenebris 36 und ist stark geschwächt.
Sie darf keine Aufmerksamkeit erregen, denn die Bewohner feiern ihre
Zwillingsschwester Lora wie eine Heldin. Als Nelly sich auf den Weg macht,
um Cale zu finden, muss sie feststellen, dass ihn und Lora mehr verbindet, als sie
befürchtet hat. Mit dem Versprechen, Leonard zu befreien, kehrt er zurück zur
CIBUS-Industries, doch ihr Vertrauen zu ihm gerät ins Wanken. Schließlich nimmt
Nelly Kontakt zum Widerstand auf und betritt erneut die Oberfläche.

Bereitstellung des Exemplars: Hardcover gekauft.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt, wo sie im ersten Band geendet ist. Zumindest aus Nells und damit auch aus der Sicht des Lesers. Nell wacht auf der Krankenstation in der Tenebris auf, zu der sie die ganze Zeit auf den Weg waren. Unter anderem ist die Tenebris 36 Jay-Jays Zuhause und dadurch bedingt, dass die ca. ersten 100 Seiten sich ziehen, bekommt man einen guten Einblick in die Station und die Unterschiede zu Nells Heimat. Zudem erhält man zusätzlich mehr Einsicht in Jay-Jay, wo seine Prioritäten liegen und was er bereit ist, alles aufzugeben, um Nelly beizustehen.
Erst nach diesen 100 Seiten nimmt die Geschichte dann Fahrt auf, doch dann geht es sozusagen Schlag auf Schlag.
Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, weder beim Treffen mit dem Widerstand, noch bei den Kämpfen mit den Mutanten oder gar als die kleine Truppe um Nell auf die Worla treffen.
Ganz im Gegenteil, die Protagonistin, aus deren Sicht man alles miterlebt, muss durch sehr harte Zeiten geht und es scheint kein Ende zu nehmen.
Während ihr Herz sich an Cale klammert, der zurück zur CIBUS-Industries gegangen ist, um Leonard zu befreien, hängt ihr eigenes Leben oft genug am seidenen Faden und als die CIBUS auch noch Nelly selbst in die Finger bekommt, scheint alles verloren zu sein.
Nell wird durch ein Trauma nach dem anderen gejagt und muss über sich selbst herauswachsen, ohne, dass es sich für mich so angefühlt hat, als wollte sie es, sondern weil ihr Wille sie dazu gezwungen hat. Also der Wille zu überleben und dabei hielt sie sich an einem Strohhalm fest und dachte die ganze Zeit an Cales Worte, die angesichts dessen, was während Nellys Gefangenschaft in der CIBUS wie bloßer Hohn erscheinen.

Viele Entscheidungen und Gedankengänge von Nelly habe ich nicht verstanden. Wirklich, kein bisschen. Sie ging mir teilweise sehr auf die Nerven mit ihrem Geschwärme für Cale, obwohl es dafür meiner Meinung nach keinen Grund gab. Und im letzten drittel des Buches hat sie mich so geärgert, ich wusste nicht, ob ich das Buch vor lauter Wut bezüglich ihrer Handlungen gegen die Wand knallen sollte oder lieber nicht, weil ich Jay-Jay doch so liebe. Letztendlich wurden keine unschuldigen Buchseiten verletzt, dafür habe ich imaginär nicht nur Nelly geschüttelt, sondern auch Cale und Leonard.
In manchen Momenten wirkt Nelly wie eine erwachsene, kluge Frau, die weiß, was sie will. In sehr viel mehr Momenten in diesem Band wie ein verliebter Teenager, der seinem Schwarm alles durchgehen lässt. Mag sein, dass Cale den Chip hat und er deswegen sehr viel sehr falsch gemacht hat, aber ganz ehrlich – man, das war ja sowas von toxisch eine Zeitlang.
Für mich sah es so aus, als ob Nelly an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leidet und nicht weiß, wie sie damit umgehen soll beziehungsweise es noch nicht einmal selbst begriffen hat, was in ihrem Kopf vorgeht, nach allem, was die letzten Monate bei ihr geschehen ist, und sich deswegen an die Gefühle und die Verbindung zu Cale klammert. Von Verantwortung übernehmen oder andere Wege einschlagen von sich aus, habe ich nicht viel gesehen, denn es sah für mich eher so aus, als ob sie mal wieder in eine Situation geraten ist, wo sie Verantwortung übernehmen muss, ohne die Konsequenzen ihrer Handlung und ihrer Worte überhaupt zu kennen.
Dieses oft kindische, manchmal auch selbstsüchtige Verhalten hat mich wirklich entnervt zurückgelassen.
Auch kam mir Leonard hier etwas zu kurz, was aber daran liegen könnte, dass das Augenmerk auf Nelly und Cale liegt – verständlich, schließlich haben sie ihre besondere Verbindung. Ich hoffe, dass Leonard mehr Raum im nächsten Teil bekommt.

Auf der anderen Seite wartet der zweite Teil mit krassen Wendungen auf, einem schönen Schreibstil und neuen Nebencharakteren, die mich nicht nur zum Schmunzeln und Lachen, sondern auch zum Augenverdrehen gebracht haben. Es gibt viel Neues zu entdecken, genau so wie einen Einblick in die Struktur der CIBUS und was dort geschieht. Der Widerstand wird mit rein gebracht, dazu neue Freunde für Nelly, wie den Arzt Jake und seine kleine Schwester Susan – die ist Zucker, besonders mit Jay-Jay in der Interaktion! -, sowie die Worla – Kriegerin Elena und nicht zu vergessen ist natürlich auch Jay-Jay mit am Start. Ich liebe den Kerl einfach, seine Art lockert so manches auf und lässt es nicht ganz so düster aussehen, obwohl die Situationen durchaus gefährlich sind.
Die unerwarteten Wendungen und Erkenntnisse, auf die Nelly stößt, ließen mich weiterhin dran bleiben und das Ende ist ja mal sowas von mies! Unfassbar, so ein Cliffhanger, das ist kaum zu glauben!
Dadurch, dass so manch ein Faden mehr geknüpft wurde, bin ich jetzt umso gespannter darauf, was in den nächsten beiden Teilen auf mich als Leserin zukommt, denn aus einer Trilogie wurde aufgrund den Geschehnissen eine Tetralogie.

Letztendlich hat mich der Roman durchaus unterhalten, mir aber auch in Bezug auf Nelly und Cale einiges abverlangt, weswegen ich 3,5 Wirbelwinde geben würde, da ich jedoch keine halben Wirbelwinde habe, fällt das Fazit ein bisschen anders aus.

Fazit:
4 Wirbelwinde
für den zweiten Teil der Tetralogie und man, ich will den nächsten Band, um zu wissen, was denn nun los ist!

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