
Autor: Sara Seppelt
Titel: Die Studie
Seitenanzahl: 353 Seiten
Verlag: Tredition
ISBN: 978-3384617392
Preis:
E-Book: 5,99€
Print: 17,99€
Hardcover: 24,00€
Link zu Amazon: Zwischen Liebe und Manipulation
Klappentext:
Greta hat die Nase voll vom ewigen Warten auf Mister Right. Also versucht sie ihr Glück online und trifft dort auf Henry. Doch statt echter Liebe hat er ein reizvolles Angebot für sie: die Teilnahme an einer geheimen Dating-Studie. Ohne zu wissen, was wirklich dahinter steckt, sagt Greta zu. Bald findet sie sich in einem Spinnennetz aus Regeln, fremden Männern und Sex wieder, den sie nicht will – gefangen in einem Vertrag, der keinen Spielraum lässt. Während Greta immer tiefer in all das hineingezogen wird, beginnt sie sich zu fragen, ob ihr wahrer Mister Right nicht längst in ihr Leben getreten ist. Obwohl der Vertrag es verbietet, fühlt sie sich zu Elijah hingezogen und ihr wird schmerzhaft bewusst, dass sie nicht nur ihn von sich stößt – sondern auch sich selbst zu verlieren droht. Ein fesselnder Roman über die feine Linie zwischen Manipulation und echter Liebe.
Bereitstellung des Buches: Rezensionsexemplar.
Meine Meinung:
Greta steckt fest: Der Mann, zu dem sie sich hingezogen fühlt, sieht in ihr nicht das, was sie in ihm sieht und hält sie scheinbar für gegeben. Warum auch nicht? Wenn er ruft, springt sie und es fällt ihr schwer, davon weg zu kommen, obwohl sie selbst weiß, dass es kein bisschen gesund ist.
Als sie sich – entgegen all ihrer Vorurteile Dating-Apps gegenüber – auf genau so einer anmeldet, dauert es nicht lange, bis sie dort auf Henry trifft.
Einen charismatischen Mann, der ihr zuzuhören scheint und so lässt sie sich auf ein Abenteuer ein, denn Henry beherrscht die Regeln der Manipulation zu genau und Greta, die mit ihren Ängsten, Zweifeln und dem Gefühl ungenügend zu sein, zu kämpfen hat, ist das perfekte „Opfer“ für ihn.
Greta lässt sich auf „Die Studie“ von Henry ein, unterschreibt einen Vertrag, der das Ganze seriös wirken lässt und erhofft sich all das davon, was ihr Henry versprochen hat. Gleichzeitig sinkt sie aber auch immer weiter ab und übertritt ihre eigenen Grenzen, während ihre Gefühle für den Schauspieler und Kollegen Elijah immer mehr beginnen zu wachsen.
Ich liebe Greta. Sie ist so süß und zurückhalten und gleichzeitig hat sie so herrliche Gedanken manchmal, die mich haben schmunzeln lassen. Und dann gab es Momente, wo ich sie in den Arm nehmen wollte und wiederum welche, wo ich sie gerne geschüttelt hätte, weil sie sich so dermaßen doof und gleichzeitig so menschlich benimmt.
Widerspruch, nicht wahr?
Aber nicht ganz. Ich konnte mich sehr gut in Greta hineinversetzen, ihre Faszination gegenüber Henrys Angebot, wieso sie auf seine Manipulationen hereingefallen ist. Besonders, weil man dafür empfänglich ist, wenn man sowieso mit sich hadert und glaubt, nicht genug zu sein, nicht liebenswert oder zu langweilig für jemand anderen zu sein. Dabei ist sie das nicht, sie ist aufmerksam und süß und hat Lebensfreude. Nur zieht sie die falschen Männer an.
Gerade die psychologische Schiene, die durchgeblitzt ist und das durchaus menschliche Verhalten von Greta, wie zum Beispiel, dass sie sich von ihrer besten Freundin Nadya langsam distanziert, ohne zu merken, dass das mehr von ihr ausgeht, als von Nadya selbst, obwohl sie diese als verschlossen wahr nimmt…
Für mich interessant war dabei der Kontrast zwischen Henry und Elijah und ehrlich, Elijah ist für mich eine absolute, wandelnde, süße GreenFlag! Am liebsten hätte ich den Kerl für mich selbst! Wie gut, dass es Book-Boyfriends gibt, nicht wahr? Er ist Zucker und amüsant und hat gleichzeitig mit seinen eigenen Problemen zu hadern und schafft es doch, zu Greta durch zu dringen.
Ihre Dynamik zusammen hat sehr viel Spaß gemacht zu lesen, besonders dieses leichte Necken, wo Greta auf einmal aufzutauen schien und nicht so nervös war.
Die Charakterentwicklung fand ich super dargestellt und es kam auch nicht von heute auf Morgen, sondern wirklich so schleichend und gleichsam passend.
Henry dagegen… Mei oh Mei! Ich konnte ihn schon während den Textnachrichten am Anfang nicht leiden, das hat sich im Verlauf auch nicht geändert. Am liebsten würde ich den Kerl… argh! (Lassen wir das lieber)
Das Theater/ Musical Ensamble als Setting fand ich spannend, weil ich als Leserin tiefer da hinein genommen worden bin, denn Greta ist Maskenbildnerin und man hat es aus ihrer Sicht, sozusagen hinter den Kulissen, mitbekommen.
Die Autorin schreibt sehr flüssig und konnte mich direkt in die Geschichte ziehen. Es wird nichts unnötig beschönigt und gleichzeitig vieles offen dargestellt, sodass es auf mich wirkte, als würde ich einen Film beim Lesen sehen, nur eben aus Gretas Sicht. Gleichzeitig waren die Emotionen für mich greifbar und haben mich eingefangen. Ich bin selbst in der „Studie“ versunken.
Um so mehr freue ich mich tatsächlich auf Elijahs Sicht nächstes Jahr, um hautnah zu erfahren, wie es für ihn war.
Fazit:
5 Wirbelwinde für eine emotionale Achterbahnfahrt, wo Greta eine Wandlung durchmacht, die mir am Schluss mehr als zugesagt hat.
