Von Angst bis Zuversicht

Autor: Martina Riedel
Titel: Von Angst bis Zuversicht – Gefühle bewusst wahrnehmen
Seitenanzahl: 192 Seiten
Verlag: EHP Verlag
ISBN: 978-3-89797-147-9
Preis:
E-Book: 22,99€
Print: 26,99€
Link zum Verlag: EHP Verlag
Link zum Buch: Die Gefühle in uns
Klappentext:
Wir fühlen und wissen, dass wir fühlen. Dennoch können wir ein Gefühl oft nicht genau benennen. Drei sich ergänzende Wege fördern und fordern in diesem Buch die bewusste Wahrnehmung der eigenen Emotionen heraus. Fotografien, mehr als 60 intensiv verdichtete Gefühle sowie emotionsfokussierte Übungen für die tägliche Praxis helfen, innere Klarheit zu entwickeln: So fühle ich!

Bereitstellung des Exemplars: Rezensionsexemplar.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist eine Zusammenstellung von Bildern und Gedichten, die die Gefühle verdichten und gleichzeitig auf zwei verschiedene Arten auf den Leser einwirken lassen: Durch das Gedicht, die Worte, konzentriert auf das benannte Gefühl, welches die Autorin komprimierte und aus ihrer Sicht beleuchtete. Und durch die dazu ausgewählten Bilder, die vielleicht einen anderen Ansatz aufweisen.
„Von Angst bis Zuversicht“ wurde von einer Diplompsychologin verfasst, die auch gleich zu Beginn schreibt, dass es darum geht, Gefühle zu erkennen und bewusst wahrzunehmen, aber nicht darum, sie zu werten. Und genau das zieht sich auch durch die Übungen durch, die mit vorgestellt werden.
Man soll erkennen und erspüren, was die Gefühle mit einem machen; so sie sitzen und es wird einem an die Hand gegeben, wie man versuchen kann, mit dem Körper und sich den darin befindenden Gefühlen zu kommunizieren, oder sie wahr zu nehmen, ohne zu werten, sondern die Reaktion – körperlich, gefühlt und seelisch anzunehmen, zu akzeptieren und sie zu sehen.

Es fällt mir etwas schwer, dieses Sammlung an Bildern und Gedichten zu bewerten, denn es ist rein subjektiv und doch hat es so viele objektive Dinge in sich, dass ich verblüfft inne hielt beim Lesen und mir dachte: Ja, das löst jetzt etwas aus in mir, obwohl das Gefühl für mich sich anders angefühlt hat.

Neben der Benennung der Gefühle wird ungefähr alle 5 Gedichte später eine Übung aufgezeigt, die man durchführen kann, wenn man sich mehr damit auseinandersetzen möchte. Und noch einmal: Es geht nicht ums werten, von dem, was man fühlt, sondern ums Erkennen. Denn ganz ehrlich: Manchmal weiß ich nicht, was ich fühle, manchmal fühle ich zu viel und manchmal fast nichts und stehe da und mein Gegenüber sieht mich an, als ob ich nicht fähig wäre, Mitgefühl für jemanden zu haben, obwohl ich mich nur zu meinem Selbstschutz abgrenze. Aber ich benenne es nicht, nicht immer zumindest.

Es ist kein Lehrbuch oder zeigt mit dem Finger auf etwas, sondern eine schöne Zusammenstellung von Gedichten und Bildern, die entweder etwas in einem auslösen oder nicht. Und das ist beides vollkommen in Ordnung. Ich liebe manche Gedichte und bei manchen habe ich mich gefragt, was soll ich daraus mit nehmen? Und im Atemzug danach dachte ich: Nichts, ich muss nichts daraus mitnehmen, sondern es nur wirken lassen. Also habe ich es wirken gelassen und die Worte immer und immer wieder gelesen. Manche habe ich mir selbst vor gelesen und aufgenommen, nur für mich, zum zuhören.
Tief empfunden habe ich zum Beispiel bei den Gedichten zu: Bedrängnis, Güte, Zorn, Begeisterung, Erschöpfung, Zerrissenheit und Würde.
Ich weiß nicht warum, aber das hatte mich getroffen, etwas in mir zum arbeiten gebracht und ich lag da und hab es wirken lassen.

Die Übungen sind unterschiedlich Zeit intensiv und können auch abgewandelt werden, so wie sie dort stehen. Gleichzeitig wird noch ein ganzheitlicher Einblick gegeben, wie Gefühle, Erinnerungen, Körper, Mimik und Gestik insgesamt und die Organe miteinander in Zusammenhang stehen.

Fazit:
Für mich ein sich lohnendes Buch, mit inspirierenden Gedichten, schönen Bildern, die mich mit auf eine andere Sichtweise geführt haben. Und in mir den Wunsch auslösten, zu manch einem Gefühl selbst ein Gedicht zu verfassen, um das, was ich fühle, Ausdruck zu geben.
Lohnt sich definitiv.
5 Wirbelwinde.

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