Blutrausch

Meine Meinung:

Nachdem der erste Band bereits mit einem unschönen Ende aufwarten konnte, geht es hier nahtlos weiter mit Adas Trauer und ihrer Selbstzerstörung, weil sie ihr Kind hergeben musste, ohne es einmal gesehen zu haben.
Ada ist in ihrer Trauer gefangen und erholt sich kaum von der schweren Geburt, bei der sie viel Blut verloren hat. Kein Wunder, immerhin weigert sie sich zu essen und zu trinken, denn sie ist zu sehr im Strudel der Wut und gleichsam Teilnahmslosigkeit verloren.
Sie hört nicht auf Michael, der genau so unter diesem Zustand leidet, immerhin hat auch er seine Tochter hergeben müssen und steht kurz davor die Frau zu verlieren, die ihm mehr als sein Leben bedeutet, weil sie langsam dahin zu siechen scheint.

Irgendwann erreicht Michael aber mit einer Handlung, dass sie endlich wieder zu sich kommt und lieber spürt sie Wut, als sich in ihrem Schmerz über den Verlust zu verlieren, oder? Auch wenn es nicht beabsichtigt war, so holt er sie zurück ins Leben damit.
Dabei hat die Bewältigungsphase gerade erst angefangen.
Dennoch schafft es Ada irgendwie wieder ihrer Rolle als Jägerin gerecht zu werden und auf die Jagd zu gehen, auch wenn es zu einem regelrechten Massaker kommt und sie sich vor sich selbst nicht nur schämt, sondern auch Angst hat.
Als auch noch ein schlechtes Omen in ihrem Garten sich breit macht, scheinen die Tage der Jägerin gezählt zu sein…

Der Roman ist sehr lange sehr düster, was aber perfekt zur Situation von Ada passt und gewinnt im Verlauf auch wieder etwas Leichtigkeit, wobei sich die Beziehung zwischen Ada und Pater Michael verändert und auch festigt.
Gleichzeitig scheint sich zwischen den Monstern etwas abzuspielen und das setzt Ada mit unter Druck, immerhin soll sie sie jagen und steht vor gar nicht so schwachen Gegnern.

Nadja Losbohm zeigt im zweiten band der Reihe die dunklen, düsteren und kaputten Seiten der Charaktere und führt sie durch einen harten Leidensweg, aber lässt auch etwas Hoffnung zurück.

Dennoch war ich hin und her am überlegen, wie ich dieses Buch denn „bewerten“ will, zuerst dachte ich an 3 Wirbelwinde, doch gegen Ende hat sie es noch mal rausreißen können.
Warum ich zuerst auf böse gesagt „Durchschnittlich“ gehen wollte?

Es gibt Situationen, in denen sich Pater Michael in meinen Augen vollkommen im Kontrast zu seinem Auftreten benimmt. Ein steinalter Mann, der schon so viele Leben überdauert hat und dann benimmt er sich wie ein kleiner Junge? Das war nicht passend für mich und auch wenn ich mit der Autorin darüber diskutiert habe und sie mir erklärt hat, woher es herrührt, passt es für mich immer noch nicht.
Aber so ist das eben, reine Geschmackssache, nicht wahr?

Fazit:

4 Wirbelwinde, weil mich ca. das letzte 1/4 wieder versöhnt hat und ich die Entwicklung gut fand.

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